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Schongau: Märchen und Abenteuer im Schongauer Wald

Schongau: Märchen und Abenteuer im Schongauer Wald

7. September 2026
Der böse Wolf, die fiese Hexe oder die äpfelvergiftende Stiefmutter sind Charaktere, die man eigentlich nicht mehr guten Gewissens auf Kinder loslassen möchte. Im Schongauer Märchenwald sind die Parabeln auf Gut und Böse kindgerecht aufbereitet.

Wenn es um die Standortvorteile einer Immobilie geht, sind damit meist gute Verkehrsanbindung oder starke Wirtschaft vor Ort gemeint. Für uns gehört aber auch die Möglichkeit dazu, Erholung im direkten Umfeld eines Wohnorts zu finden. Wer im bayerischen Oberland wohnt, lebt da, wo andere Urlaub machen: Klare Badeseen, schöne Dörfer und Städte oder reizvolle Wander- und Fahrradrouten sind nie weit. Mit dieser Serie möchten wir auf die so genannten „weichen Standortfaktoren“ unseres Wirkungsbereichs hinweisen und ganz nebenbei lohnenswerte Ziele für den Miniurlaub vor der Haustür präsentieren.

Den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm ist das gelungen, was man heute einen „Hyperseller“ nennt. Einen, der sogar den unfassbaren Erfolg eines gewissen bebrillten Zauberlehrlings in den Schatten stellt. Über zwei Jahrhunderte lang verkaufen sich die „Kinder- und Hausmärchen“ der Märchenbrüder schon. Dabei sind die wohlbekannten Geschichten rund um eitle Königinnen, gutgläubige Mädchen in roten Hoodies oder Töchter mit übertrieben Extensions noch nicht mal ihre eigene Idee gewesen. Sie brachten die Märchen lediglich zu Papier. Zuvor waren sie als Erzählungen von Generation zu Generation weitergereicht worden.

Ihr Buch erschien an Weihnachten 1812 und ist bis heute ein Literatur-Klassiker. Doch kann man Kinder überhaupt noch für angestaubte Märchen zweifelhafter Moral begeistern? Man kann. Wer dem Nachwuchs einen spaßigen Tag bescheren möchte, wer Babysitter für etwaige Neffen und Nichten spielen darf oder überraschend die Nachbarskinder anvertraut bekommt, ist im Schongauer Märchenwald gut aufgehoben. Der ewige Kampf von Gut und Böse ist dort an zwölf Stationen kindgerecht aufbereitet: Auf Knopfdruck wird das Märchen an kleinen Häuschen erzählt, die einen Blick auf ihr Innenleben freigeben. So berichtet zum Beispiel der gestiefelte Kater – eine Puppe, selbstverständlich –, wie er durch Schläue und listige Einfälle vom Besitzlosen zum Minister wurde. Aschenputtels Küche wirkt sehr aufgeräumt, und Schneewittchen sorgt in einem siebenköpfigen Junggesellenhaushalt ebenfalls für Ordnung. Und anschließend für einige Aufregung, weil in der Märchenwelt eben nicht alle Äpfel gesund sind…

Rund um die Märchenhäuser ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter Freizeitpark für Kinder entstanden: Ein Walderlebnispfad mit Tierolympiade, Aromastation und Insektenhotel vermittelt spielerisch Wissenswertes über den Lebensraum „Wald“. Eine Bockerlbahn fährt junge und junggebliebene Besucher geradewegs ins legendäre Zwergenbergwerk, wo Schneewittchens fleißige Gastgeber ihr Tagwerk verrichten. Und wer nach Wald-Seilbahn, Hüpfkissen oder Go-Kart-Bahn Lust auf Tiere hat, kann sie hautnah erleben: Im Streichelzoo warten Ziegen und Schafe auf Streicheleinheiten.

Tipps: Der Schongauer Märchenwald ist für Rollstuhlfahrer geeignet und verfügt über kostenlose Parkplätze.


Die Originalversion dieses Texts ist in dem Buch „Kontraste im Pfaffenwinkel: Geistlichkeit und Genuss“ (Christoph Ulrich, Gmeiner Verlag, 2015) entnommen, exklusiv für „Anders Wohnen“ gefasst und unterliegt dem Urheberrecht. Nachdruck und Vervielfältigung sind ausdrücklich verboten.

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