Garten – Die Ergebnisse der bürgerwissenschaftlichen Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ liegen vor und unterstreichen einen seit Jahren beobachteten Trend.
Am zweiten Januarwochenende 2026 wurde gezählt und seit dem zweiten Februarwochen steht fest: Das rege Treiben am Futterhaus, das vielerorts zu beobachten war, täuscht. In bayerischen Gärten, Parks und Grünanlagen waren erneut weniger Vögel als im Vorjahr zu Besuch.
Zugegeben: Beim Blick auf die Zahlen wirkt der Rückgang nicht dramatisch: Mit durchschnittlich 29 Vögel pro Stunde an einem Zählort liegt der Rückgang genau bei zwei Exemplaren. „Der schleichende, kontinuierliche Rückgang der Vogelzahlen in den Gärten ist damit deutlich sichtbar“, urteilen jedoch die Experten vom bayerischen „Landesbund für Vogelschutz“ (LBV), der mit seinem überregionalen Partner, dem „Naturschutzbund Deutschland e.V.“ (NABU), zu der winterlichen „Citizen Science“-Aktion eingeladen hatte. „Viele Teilnehmende berichten vom besorgniserregenden Verschwinden ehemals häufiger Arten. Auch die Auswertung der vergangenen 20 Jahre zeigt klar, dass sowohl Vielfalt als auch Anzahl der Gartenvögel abnehmen.“ Als Ursachen benennen die LBV-Experten das Fehlen geeigneter Lebensräume und ausreichend vorhandener Insekten für die Aufzucht von Jungvögeln. „Doch es gibt auch Hoffnung“, heißt es weiter: „Naturnahe Gärten sind artenreich und lebendig. Viele Teilnehmende wiesen in ihrer Meldung auf die Auszeichnung „Vogelfreundlicher Garten“ von LBV und dem Bayerischen Artenschutzzentrum des Landesamts für Umwelt hin und schwärmten von ihren Beobachtungen.“
In ganz Bayern hatten 29.608 Vogelfreunde in 21.355 Gärten und Parks insgesamt 626.603 Vögel gezählt. Am häufigsten ließ sich in oberbayerischen Gärten der Haussperling zählen, dicht gefolgt von der Kohlmeise. Auf Platz drei landete der Feldsperling, ihm folgen Amsel, Blaumeise, Buchfink, Rabenkrähe, Grünfink, Buntspecht und Elster. Dem eisigen Wetter am Zählwochenende ist wohl geschuldet, dass sich in diesem Jahr viele Waldvögel an den Futtersäulen und Futterhäusern sehen ließen: Buchfinken oder Gimpel ziehen laut LBV bei ihrer Nahrungssuche gern truppweise aus dem Wald in Siedlungen.
Die nächste Mitmachaktion von NABU und LBV wird von 8. bis 10. Mai 2026 stattfinden und nach dem selben Prinzip ein Auge auf die Bestandszahlen von Gartenvögel während der Nistsaison werfen.




