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Weilheim: Das Gögerl als Schlittenberg mit sportlicher Geschichte

Weilheim: Das Gögerl als Schlittenberg mit sportlicher Geschichte

21. Dezember 2025
Für die Weihnachtsferien geht die „Anders Unterwegs“-Serie gar nicht so weit in die Ferne, dafür zurück in der Zeit: Am Gögerl gehen wir der Geschichte des Weilheimer Schlittenbergs nach. 
Blick Richtung Hohenpeißenberg über verschneite Wiese

Wenn es um die Standortvorteile einer Immobilie geht, sind damit meist gute Verkehrsanbindung oder starke Wirtschaft vor Ort gemeint. Für uns gehört aber auch die Möglichkeit dazu, Erholung im direkten Umfeld eines Wohnorts zu finden. Wer im bayerischen Oberland wohnt, lebt da, wo andere Urlaub machen: Klare Badeseen, schöne Dörfer und Städte oder reizvolle Wander- und Fahrradrouten sind nie weit. Mit dieser Serie möchten wir auf die so genannten „weichen Standortfaktoren“ unseres Wirkungsbereichs hinweisen und ganz nebenbei lohnenswerte Ziele für den Miniurlaub vor der Haustür präsentieren.

Katzenbuckel, Teufelshang oder Schlittenberg: Mit dem ersten Schnee senkt sich eine neue, saisonale Kartierung auf das Weilheimer Gögerl. Sie wurde über Generationen hinweg von  Kindern erdacht – von kleinen bemützten Pionieren, die mit Bob und Schlitten die winterliche Gegend auf ihre Kompatibilität als Rodelpiste hin erkundet haben. Während manche Bereiche seit bestimmt hundert Jahren ihre Namen führen, bestimmen kleine Topographen winterweise kleine Areale und benennen sie entsprechend: Schanzenhang, Matschacker, Treppen-Bahn oder die halsbrecherische Nussbaum-Route können im Jahr drauf schon wieder anders heißen. Ganz egal, wie sie heißen: Sie sind alle am Gögerl und seinen Ruf als hervorragender Schlittenberg hat das beliebte Weilheimer Naherholungsgebiet als Ganzes und bis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Dass seine Ursprünge auf kalte Zeiten zurückgehen, mag da als passende Fußnote erscheinen. 

Das Gögerl wurde von den gigantischen Gletschern der Würm-Eiszeit vor über 10.000 Jahren geschliffen, seine Mulden von mitgeschleiften Eisbrocken und tonnenschweren Felsbrocken  geschürft, die vielen weich geschwungenen Buckel brachial von Eislöchern gestanzt. Im Sommer führen Spazier- und Wanderwege über die weich geschwungenen Hänge des Gögerls und des Hechenbergs. Im Winter werden besagte Höhenrücken und ihre Schultern zu Schauplätzen rasanter Abfahrten und einzelne, weniger elegant geschwungene Hänge zum Parkett kühner Bobpiloten oder Austragungsort erbarmungsloser Zeitrennen. 

Sportlich ging es im Winter schon immer am Gögerl zu, wie sich am steilen „Teufelshang“ anhand der Überreste einer Skisprungschanze im Boden nachvollziehen lässt. Während sich dort in der Nachkriegszeit mutige Männer auf breiten Skiern mit Blickrichtung auf den Hohen Peißenberg vom Schanzentisch abdrückten, stiegen in jüngerer Vergangenheit am Gögerl überregional bekannte „Zipfelbob“-Meisterschaften. In besonders schneereichen Wintern ist die Gegend ein beliebtes Gebiet für gemütlichere Ski-Touren, im schneereichen Winter 2021 führten sogar Snowboardspuren durch einen guten halben Meter Tiefschnee an den Ausläufern des Hechenbergs. Classic-Langläufer hingegen kommen auf der Ostseite des Weilheimer Hausbergs auf ihre Kosten: Dort führt vom Wanderparkplatz bei Deutenhausen eine Zubringer-Spur auf die „Weilheimer Loipe“.

Egal ob in auf Langlaufskier, in Winterstiefeln, auf Schneeschuhen, in Snowboard-Boots oder vor Erschöpfung schwindlig, von den Eltern gezogen auf dem Schlitten: Wenn sich die Wintersonne hinter die Wolken verzogen hat und die kaltblaue Winternacht aufzieht, gehen auch die wildesten Wintersportler nach Hause. Dort – Traditionen wollen gepflegt werden – endet ein winterlicher Gögerltag immer gleich: mit einer heißen Schokolade und vielen Heldengeschichten.

Tipps: Die „Weilheimer Loipe“ müsste eigentlich „Marnbacher Loipe“ heißen. Sie führt vom Sportplatz bis an den Eberfinger Ortsrand und wieder zurück. Wann gespurt wird, entscheidet das Wetter – und die ehrenamtlichen „Spurenleger“ vom Weiheimer Alpenverein.

Die Originalversion dieses Texts ist in dem Buch „Kontraste im Pfaffenwinkel: Geistlichkeit und Genuss“ (Christoph Ulrich, Gmeiner Verlag, 2015) entnommen, exklusiv für „Anders Wohnen“ gefasst und unterliegt dem Urheberrecht. Nachdruck und Vervielfältigung sind ausdrücklich verboten.

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