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Paterzell: Entspannung ist reiner Eibennutz

Paterzell: Entspannung ist reiner Eibennutz

17. Oktober 2025
Man wusste noch nicht mal, wie man „Waldbaden“ schreibt, da war der Paterzeller Eibenwald schon ein Hotspot.

Anders unterwegs– Man wusste noch nicht mal, wie man „Waldbaden“ schreibt, da war der Paterzeller Eibenwald schon ein Hotspot. Wobei das die falsche Wortwahl ist. Schließlich ist es in dem kleinen, sehr alten Waldstück westlich von Weilheim auch an hochsommerlichen Tagen angenehm kühl. Das liegt einerseits am vergleichsweise kleinteiligen und doch üppigen Blattwerk des uralten Waldes, das mehrere Ebenen hoch aufragt und direkte Sonneneinstrahlung vom Waldboden fern hält. Andererseits ist die Kühle auf die vielen  Quellwasserbäche zurückzuführen, die in glucksenden Kanälen durch den Wald laufen.

Sie sind essenziell für das Wachstum des Giftbaums, der nur mit Hilfe von viel Wasser, dem Schatten anderer Bäume, steinigem Untergrund und viel Zeit zum Wald werden kann. Entsprechend selten sind echte Eibenwälder. In Paterzell existiert mit über 2000 Alt-Eiben der größte Bestand in ganz Deutschland und gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten der Republik. Warum Eibenwälder allgemein und dieser im Speziellen als Kraftorte gelten, lässt sich auch mit wenig Hang zur Esoterik nachvollziehen. Beinahe jeden Schritt entlang der Wege tut sich ein neues, sehr dreidimensionales Landschaftsgemälde auf: Es ist gemalt mit zahllosen Grüntönen, dominiert von weichem, spektakulär von Laub gebrochenem Licht und offenbart eine Tiefe, in der sich der Blick verlaufen mag. Still und doch präsent erheben sich uralte Eibenstämme in den Himmel und an kleinen Lichtungen tun sich majestätische Plätze auf. Die kraftvolle Ruhe, die dieser fantastische Ort ausstrahlt, überträgt sich.

Wer’s lieber handfest und faktenorientiert hat, kann auf einem knapp ein Kilometer langen Eibenpfad anhand von hölzernen Klapptafeln einiges über die so seltene wie seltsame Baumart lernen. Etwa, dass Eibenholz einst für den Waffenbau geschätzt wurde. Schon Ötzi verließ sich darauf, um seine Alpenüberquerung zu sichern. Als der Gletscher seinen über Jahrtausende gefrorenen Leichnam freigab, fand man an seinem Gürtel einen Eibenbogen und eine Axt mit Eibenstiel. Es lässt sich lernen, dass praktisch alles an dem immergrünen Baum giftig ist – bis auf seine roten Beeren. Vor deren Kernen man sich allerdings sehr in Acht nehmen sollte. Dass sich schon die alten Druiden in Eibenwäldern getroffen haben, kann man von regelmäßigen Besuchern erfahren, die durch den satten Tann streifen wie einst die Druiden. Der Eibenwald als heiliger Ort, Platz fürs Kräftesammeln und ausgiebige Waldbäder hat schließlich eine lange Geschichte. 

Tipp: Der nahe Gasthof „Zum Eibenwald“ lockt nicht nur mit einer Aussichtsterrasse: Sollte der Eibenwald-Besucherparkplatz zu voll sein, kann man auch dort sein Auto abstellen. Der Eibenpfad lässt sich bequem in circa einer Stunde bewältigen.

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