Garten – Die Endergebnisse der großen bürgerwissenschaftlichen Studie am zweiten Mai-Wochenende liegen vor und geben laut Veranstalter einerseits Grund zur Hoffnung und andererseits Anlass zur Sorge. Wie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) als regionaler Partner des Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitteilt, wurden in mehr als 7.600 Gärten in ganz Bayern fast 200.000 Vögel gezählt. Die häufigsten Arten waren dabei wie in den Vorjahren Haussperling, Amsel und Star. Auf den weiteren Plätzen landeten in diesem Jahr nacheinander Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise, Rabenkrähe, Mauersegler und Buchfink. Vor allem letzterer freut die Vogelforscher.
Sie hatten befürchtet, dass eine Infektionswelle durch Trichomonaden die ohnehin zarten Bestände weiter dezimieren würde. Die Parasiten, die oft zum Tod führen, werden meist an Vogeltränken von Vogel zu Vogel übertragen. Grünfink, Buchfink und Stieglitz zeigen niedrige, aber stabile Zahlen. „Den Grünfink werden wir in den kommenden Jahren trotzdem genau im Blick behalten. Denn seit dem massiven Einbruch durch die Krankheit vor mehr als zehn Jahren hat sich der Bestand nicht erholt“, sagt Dr. Angelika Nelson, Biologin beim LBV. Sie weist auf die Notwendigkeit hin, Futterstellen und Vogeltränken hygienisch zu halten. Vor allem bei Hitze ist tägliche Reinigung und Wasserwechsel obligatorisch.
Dass am Zählwochenende, vielerorts bei klarer Sicht und angenehmen Temperaturen, nur wenige Mauersegler oder Mehlschwalben gemeldet wurden, besorgt die Vogelexperten. Die geringen Zahlen weisen laut Nelson auf einen stetigen Rückgang von Fluginsekten hin – die Nahrungsgrundlage der faszinierenden Luftjäger. Grundsätzlich lässt sich insgesamt ein stetiger Rückgang von Gartenvögeln feststellen: Fast zehn Vögel pro Garten weniger als noch vor zehn Jahren wurden gemeldet. Die gute Nachricht: „Trotz der besorgniserregenden Entwicklung bei einigen Arten im Siedlungsraum sehen wir auch Hoffnungsschimmer – besonders dort, wo Menschen ihre Gärten oder Balkone naturnah gestalten.“




