Gartenarbeit im Herbst: Weniger ist mehr!

Garten– Die Füße hochlegen, eine wärmende Decke über die Knie und mit einer heißen Tasse Kaffee in der Hand die Farbenpracht im Garten genießen: So sieht naturnahes Gärtnern im Herbst aus. Was nach fauler Ausrede für noch faulere Gartenbesitzer klingt, ist ein hochoffiziell vom Landesverband für Vogelschutz in Bayern (LBV) unterstützter Gartentipp. In einer Pressemitteilung lässt der Naturschutzverband nämlich verlauten, dass beim herbstlichen Gärtnern die Devise lautet: „Weniger ist mehr“. Wer doch was tun will, kann seinen Garten jetzt fürs kommende Jahr fit und naturnah machen: Stauden pflanzen, Hecken und Büsche schneiden und hin und wieder den Rasen von Blättern befreien.

Laub als natürlicher Frostschutz

So schön es auch ist: Farbenfroh herabregnendes Laub sollte nicht unbedingt lange auf dem Rasen liegen bleiben. Gras braucht gerade in der kälteren Jahreszeit viel Licht und Luft. Unter einer feuchten Blätterdecke bilden sich Fäulnis und Schimmel, was wiederum kahle Stellen und Moosbefall zur Folge haben kann. Es empfiehlt sich also, Blätter vom Rasen zu fegen – in Säcken, Tonnen oder auf dem Wertstoffhof haben sie aber nichts zu suchen. Unter Büschen, Stauden oder Bäumen macht es sich dafür gut als natürlicher Frostschutz und wird im Frühling, wenn es zu Humus verrottet ist, zu natürlichem Dünger. 

Strauchschnitt und Laub als Versteck für Tiere

Wer im Herbst Büsche, Stauden und Bäume schneidet, kann sich ebenfalls den Weg zum Kompostplatz sparen. Aus den abgezwickten Zweigen oder gesägten Ästen werden in einer geschützten Ecke Totholzhäufen, in denen sich verschiedene Tiere wohlfühlen. Nicht nur Igel beziehen sie gern als Winterquartier, auch Käfer und andere Insekten finden dort Unterschlupf.

Im Herbst ans nächste Gartenjahr denken

Der Herbst ist die perfekte Zeit, um Gehölze und Stauden zu pflanzen, die schon im kommenden Jahr vielen Lebewesen Gutes tun. Während frühblühende Gehölze wie Weide und Kornelkirsche im Frühjahr eine erste Nahrungsquelle für Insekten bieten, freuen sich Gartenvögel, Igel, Eichhörnchen oder Siebenschläfer im Herbst über den Ertrag von Obstgehölzen. Eine neue Hecke oder dicht gepflanztes Buschwerk wird zum sicheren Unterschlupf, während Stauden wie Mädesüß, Blutweiderich oder Tauben-Skabiose Schmetterlingsraupen als Nahrung dienen. Die wiederum stehen auf dem Speiseplan von Igeln, die zwischen den Pflanzen am Boden auch gute Tagesverstecke finden. 

Stängel einfach stehen lassen 

Abgestorbene Pflanzen sind keine Zier? Von wegen! Wenn der Frost sie überzieht, werden werden etwa die Stängel von Goldrute, Brombeere oder Sonnenblume zu wahren Kunstwerken. Außerdem dienen sie vielen Insekten als Versteck, um den Winter zu überstehen. „Abgeblühte Stauden schneidet man am besten erst im Frühjahr zurecht“, so die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „Als Fleischfresser profitiert der Igel von einem insektenreichen Garten.“

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