Lokales – „In meiner täglichen Arbeit erlebe ich oft, wie gut Menschen Zeit im Wald tut“, so Stadtförster Christian Schuller in einer aktuellen Mitteilung der Stadt Weilheim. „Der neue Sinnes-Pfad lädt mittels einfacher Übungen Jung und Alt ein, diese Kraftquelle bewusst zu nutzen.“ Entlang des Weges, so der Förster, hätten Besucher an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, den Wald bewusst wahrzunehmen und die eigene Achtsamkeit zu stärken.
Sowohl die Übungen als auch die Tafeln selbst wurden von der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ entwickelt. Auf deren Online-Präsenz ist zu lesen, dass die Achtsamkeitspfade, die derzeit an verschiedenen Orten im ganzen Bundesgebiet entstehen, von jungen Erwachsenen im Rahmen eines Projekts erdacht wurden. Sie beziehen sich auf das aus Japan stammende Prinzip des Waldbadens, wo Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten die Auswirkungen eines Waldbesuchs auf die geistige wie körperliche Gesundheit erforschen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weiß: „Dass Ärzt*innen gegen Burnout oder Herzkreislauf-Erkrankungen eine Waldtherapie verordnen, ist in Japan nichts Ungewöhnliches.“ Die wissenschaftlichen Grundlagen dafür seien an der Nippon Medical School in Tokio gelegt worden. „In einer Studie schickte der Wissenschaftler Qing Li hunderte Probanden auf einen Spaziergang; die eine Hälfte in die Stadt, die andere in den Wald.“ Bei der anschließenden Blutentnahme zeigte sich, dass bei der Stadtgruppe die Konzentration an DHEA-Hormonen unverändert war, bei der Waldgruppe jedoch deutlich erhöht. DHEA ist ein Hormon, das die Herz-Kreislauf-Funktionen aufrechterhält und Herzerkrankungen vorbeugt“, so der NABU.
Auch die Stadt Weilheim betont die positive Wirkung des Waldes auf das körperliche und mentale Wohlbefinden: „Studien zeigen, dass Auszeiten im Wald bei Menschen den Blutdruck senken und Stress reduzieren.“ Ergänzend zu den beschriebenen Übungen gibt es begleitende Audiotexte, die sich per QR-Code mit dem Smartphone abrufen lassen.



